PressBooks und Vook – Tools aus den USA für digitales Publizieren

Mit iBooks Author hat Apple ein überzeugendes Angebot auf den Markt gebracht, um digitale Produkte zu erstellen. Enhanced eBooks werden damit in Zukunft häufiger und günstiger auf den Markt kommen – und das Ökosystem von Apple stützen.
Es ist eine Frage der Zeit, wann und wie sich auch andere, gute Tools im Markt platzieren werden, die keine Abhängigkeit von Apple suchen und wollen. Neben Adobe und Quark, die Tools anbieten, wie man schnell aus den in ihren Programmen vorliegenden Daten eine App erstellen kann, kommen auch andere Anbieter auf den Markt.
Zwei stellen wir beispielhaft vor.

PressBooks unterstützt auf der Basis von WordPress die Produktion von Büchern in den verschiedensten Formaten. Jeder Verlag kennt das Problem, dass seine Titel bei Amazon anders formatiert sein müssen als bei Apple und das hauseigene Produktionssystem keine eierlegende Wollmilchsau ist und nie werden wird. Für Autoren und Kleinverlage ist die Nutzung kostenlos; damit folgt PressBooks weitgehend dem Gedanken der Open Source-Gemeinde.
Das Programm basiert auf dem Content Management System von WordPress, so dass es sich schnell einer großen Anzahl von Nutzern erfreuen wird, denn die Einarbeitung ist einfach. Viele Blogger könnten es nutzen und dadurch auch wie bei WordPress für eine Erweiterung von Funktionalitäten und Widgets sorgen.

Vook ist die Konkurrenz zu iBooks Author. Während Press Book die Standardtitel im Blick hat, bietet Vook die Gestaltung multimedialer Werke an. Das dürfte zum Beispiel für Kinderbücher, Sachbücher, Lehrwerke oder Reiseliteratur – um nur einige zu nennen – von Interesse sein. Der Unterschied zu Apple liegt vor allem in zwei Punkten:

  1. Es kostet mindestens 79$ im Monat (oder 849$ im Jahr). Damit ist es klar eine Dienstleistung für all die, die mit ihren Produkten Geld verdienen wollen und auf eine länger verkäufliche Backlist setzen. Bei der großen Variante ist man gleich bei 3500$ im Jahr.
  2. Er erlaubt den Vertrieb in jedes Ökosystem und auf jedes verfügbare und technologisch sinnvolle Gerät. Damit werden vor allem alle Tablets angesprochen, die nicht iPad heißen und multimediale Produkte darstellen können. Und die PC-Welt darf auch nicht vergessen werden, denkt man an den letzten Pew-Report über das Lesen digitaler Bücher am PC.

Damit soll vor allem der Markt bearbeitet werden, der unabhängig von Apple entsteht und nicht an die Mac-Welt gebunden sein will. Multimedialer Inhalt für alle Endgeräte und Distributionsplattformen.


(Quelle Vook)

Zur Produktion werden auch noch die Distribution und die Auswertung der Verkäufe angeboten. Es ist also ein All-in-One-Angebot und dürfte vor allem Institutionen und mittelständige Verlage ansprechen. Sinnvoll, wenn man mit ein paar Prototypen die Produktentwicklung und die Prozesse testen will. Eine längerfristige Bindung will aufgrund sinkender Preise und der Etablierung notwendiger Workflows im eigenen Haus sicher genau überlegt sein.

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Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  3. Personally, I enjoy reading/viewing mass maerkt enhanced books, although they are pretty expensive. For the education maerkt, there are many enhanced e-textbooks with interactive graphics, videos, charts, etc. that are still competitively priced. And there are many schools that are providing e-readers, tablets and laptops for each student so that access to course content is available at home. While Wikipedia and Google are both excellent, their information requires evaluation not so great for the authoritative research that educators require. So, no, not everyone can or should use them for reference.

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