Mobile Publishing: Update Januar 2014

Der Beginn des Jahres 2014 hat neben den üblichen Vorhersagen bereits viele bemerkenswerte News aus dem mobilen und digitalen Publizieren hervorgebracht. Unser Mobile Publishing-Update Januar 2014 fasst die wichtigsten davon zusammen:

Das richtige Produkt entwickeln

Jahreswechsel sind traditionell die Zeit der Trend-Auguren. Unter den vielen mehr oder weniger begründeten Vorhersagen und Vermutungen über die Entwicklungen des Jahres erschienen uns diese am lesenswertesten: Über Trends im Bereich Buchbranche und Buchverlage schreiben Mike Shatzkin, excitingcommerce.de, aber auch das Forbes Magazine, zum digitalen Publizieren im speziellen bringt GigaOM eine gute Zusammenfasssung. Wichtige Randbereiche werden gut abgedeckt von T3N im Bereich Webdesign-Trends und von pr-blogger.de für Social Media.

So entwickelt sich der Markt

Weltbild und kein Ende: Die Insolvenz des Buchketten-Riesen Weltbild treibt momentan Schockwellen durch die deutsche Buchbranche. Über die News des Tages hinaus erscheinen uns auch weiterhin lesenswert die Hintergrundberichte über die Entwicklung der Insolvenz von Wolfgang Stock sowie vom Wirtschafts-Sachverständigen Klaus Warbruck. Rüdiger Wischenbart analysiert mögliche Folgen für Branche und andere Unternehmen, während lesen.net die Konsequenzen für die bestehenden eBook-Kunden und das Tolino-Ökosystem skizziert. Für die digitale Entwicklung kann in Zukunft bedeutsam sein, dass Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nun ausgerechnet im Tolino einen zentralen Eckpfeiler für eine mögliche Weltbild-Rettung sieht.

App-Marktplätze in 2014: Im Bereich der Marktplätze für mobile Applikationen wird mit den aktuellen Trends deutlich, dass an immer mehr Stellen auch die Grenzen des Modells “Native App Store” erreicht werden – zumal die Monetarisierung für App-Entwickler nicht einfacher wird. Amazon beispielsweise reagiert direkt in seiner Shop-Umgebung: Neben seinen bereits realisierten innovativen Ansätzen zur Monetarisierung geht nun auch das Modell live, mit dem Entwickler HTML5-basierte Web-Apps direkt über den Kindle App-Store verkaufen können.

Das sind die Technologien zur Umsetzung

Konvergenz von Desktop und Mobile: Im Bereich der Basistechnologien zeigt sich Anfang 2014 an vielen Stellen, wie groß das Bedürfnis nach Technologie-Konvergenz ist. Lösungen werden gesucht (und oft auch gefunden), mit denen man die Kluft zwischen Desktop und mobiler Anwendung, zwischen den verschiedenen Betriebs- und Ökosystemen, aber auch die Trennung der Entwicklungslinien von Web-Anwendungen und nativer Programmierung überschreiten kann.

Der PC in der Krise: Bei der Hardware machte auf der CES ein Hybrid-Gerät von Asus Furore, das nicht nur ein Hybrid aus Tablet und Notebook ist, sondern auch dual unter Windows und unter Android booten kann. Das Software-Äquivalent dazu ist BlueStacks, eine Laufzeit-Umgebung, mit der Android-Anwendungen unter Windows ausgeführt werden können. Beide News sind symptomatisch für die Marktentwicklung der PC-Plattform, die in 2013 ihr schlimmstes Krisenjahr seit langem erlebte. Ob hier mehr der Sog der Tablets verantwortlich war oder eher die Abschreckungswirkung von Windows 8 erscheint fraglich. Aber bereits der bewusste Windows 7-Downgrade von HP im Notebook-Bereich zeigt, wie sehr Windows 8 Microsoft letztlich bereits geschadet hat.

Betriebssystem-Grenzen überschreiten: Google, immer vorne dabei bei technologisch innovativen Lösungen, stellt mit seiner neuen Chrome-Version 32 quasi das “trojanische Pferd” unter den Browsern vor: Unter der Haube bringt die Version für Windows Desktop / Windows 8 eine komplette ChromeOS-Emulation mit, mit der Chrome Web Apps wie normale Windows-Anwendungen ausgeführt werden können. Kaum vier Wochen später wird ein Werkzeug vorgestellt, mit dem HTML5-basierte Chrome-Apps direkt in native Apps für Android und iOS konvertiert werden können. Und Samsung überrascht sowohl mit der Nachricht einer engeren Kooperation mit Google im Bereich Android-Entwicklung als auch mit der Ankündigung, sein Notebook-Angebot komplett Richtung Chromebooks umstellen zu wollen. A propos Google: eine fundierte Einschätzung zu hummingbird und SEO bietet Eric Enge, einen guten Überblick t3n.

Apple dagegen hat einem lang gepflegten Gerücht den Garaus gemacht: Obwohl die Plattformen für den Nutzer durchlässiger werden sollen, werden Mac OS X und iOS definitiv getrennte Betriebssysteme bleiben. Kaum erstaunlich, bedenkt man die Bauchlandung von Microsoft mit Windows 8.

Das Auto als mobiles Endgerät: Content im Auto zu konsumieren mag momentan noch ein eher exotischer Use Case sein. Aber die Hersteller wie die Software-Anbieter bereiten sich bereits auf das Szenario vor, dass Konsolen-Displays genauso bespielt werden wie andere Mobilgeräte. Ein Zeichen dafür war die Gründung der Open Automative Alliance als Industriekonsortium für die Weiterentwicklung von Android im Auto durch Google. Zur Erinnerung: Die damalige Gründung der Open Mobile Alliance für Smartphone war letztlich der Beginn des Durchbruchs von Android im Smartphone-Bereich. Aber auch Apple bereitet sich bereits mit Konzepten und Designstudien auf iOS-Clients im Auto vor. Und ob das fahrer-führerlose Auto in naher oder ferner Zukunft kommen wird: große Änderungen stehen sicher bevor und es wird Bereiche geben, in denen diese Technologie Anwendung finden wird.

Das will der Kunde

Wer bereits die aus Scrum bekannten User Stories einsetzt oder etwa auch das Persona-Modell, weiß um die Stärken, aber auch die Schwächen dieser Entwurfsmuster für Produkte und Features. Wir haben in unserem Buch ja gezeigt, dass jedes Kundenpanel individuell erstellt werden muss und sich dabei je nach Situation und Aufgabe der verschiedenen Methoden bedienen kann. Mit den “Job Stories” wird schön gezeigt, welche Grenzen das Persona-Modell hat, wenn es nicht richtig eingesetzt wird – und warum man immer auf den jeweiligen Kontext eingehen muss.

So erreiche ich den Kunden

Crowdfunding wird auch in Deutschland ein immer beliebterer Trend für die Finanzierung innovativer Projekte wie auch für die Kundenansprache. Das Beispiel der Kickstarter-Bilanz für 2013 zeigt, wieviel Potenzial in diesem Thema steckt. Hier auf smart digits haben wir die wichtigsten Perspektiven für Deutschland zusammengefasst, gleichzeitig gibt T3N praktische Tipps für die Realisierung erfolgreicher Crowdfunding-Projekte. Ganz aktuell machen in diesem Bereich Furore: “Das neue Spiel”, ein Crowdfunding-Buch-Projekt des Bloggers Michael Seemann, das mit sensationellem Erfolg finanziert werden konnte (ein lesenswerter “Backstage-Bericht” zeigt anschaulich, wie Crowdfunding-Projekte funktionieren). Das eBook-Flatrate-Startup readfy versucht sich gleich am Crowdfinancing über Companisto, das in der ersten Februarwoche beginnt. Man darf gespannt sein.

Content Marketing bleibt auch in 2014 ein zentrales Thema, meint Steffen Meier auf seinem Blog. Aktuelle Fallbeispiele zeigen dazu, welche Unternehmen erfolgreiches Content Marketing realisieren, wie es gemacht wird und welche Ziele verfolgt werden.

 

 

 

Veröffentlicht von

www.dpc-consulting.de

XML- und Digital-Publishing-Professional mit Leib & Seele, seit Berufseinstieg in verschiedensten Projekten rund um Content-Management und Datenbank-basiertes Publizieren unterwegs. Seit 2012 selbständig als Berater und Trainer für digitales Publizieren.