Digitale Produkte sind nie fertig: der Weg zur richtigen Update-Strategie

Wir haben es in unserem Artikel zum Portfolio-Management bereits betont – und eigentlich gehört es zu den Binsenweisheiten des Produktmanagements in der Online-Welt: Digitale Produkte sind nie fertig. Doch weil dieser Effekt zu den wahrscheinlich größten Unterschieden zwischen Digitalmodellen und klassischen Verlagsprodukten gehört, wird er in der Produktentwicklung oft vernachlässigt – auf allen Ebenen. Das Resultat ist allerorten zu besichtigen: Apps, die nach kurzer Zeit mit großen Verlusten wieder eingestellt werden; Online-Datenbanken, die lieblos gepflegt und auf dem Usability-Stand des Jahres 2000 vor sich hin vegetieren; Portale, die Geheimprojekte bleiben, weil der Google-Bot nicht den Weg hinein findet. Wie kann man es besser machen? Ein Blick in die Best Practises für die digitale Produktentwicklung:

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Influencer Marketing

Der Traum aller Produktmanager ist ein viraler Hit. War früher noch ein Aufreger von Reich-Ranicki eine Garantie für Absätze bei Büchern, ist das jetzt schwerer und leichter geworden. Heute kann auch irgendjemand etwas ins Netz posten und mit etwas Glück kaufen dann Milliarden Kunden wie elektrisiert das Produkt. Influencer Marketer wollen diesen Prozess professionalisieren. Dabei verschwinden die klassischen Grenzen zwischen Marketing, PR und Produktmanagement. Denn die Ansprache dieser Multiplikatoren erfordert das Zusammenspiel mehrerer Fähigkeiten, die oft verteilt vorliegen. Dass dieser Job immer bedeutender wird, zeigt eine Analyse von Joblift, einer Plattform zur Jobsuche, die als „Metajobsuchmaschine“ und Aggregator den Kunden zu den Jobbörsen und den Angeboten der Firmen lotst. Es bestätigt den Trend, den wir vor knapp zwei Jahren mit einer Studie der Macromedia-Hochschule München über Influencer zum ersten Mal aufgegriffen hatten.

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Facebooks Zukunft: von „I like“ zu „we all like“?

Mark Zuckerberg hat sich nicht nur vielbeachtet auf der F8-Konferenz zur Zukunft von bots, AR und VR geäußert, sondern – weniger bachtet – kürzlich sein Manifest für das neue Facebook veröffentlicht. Damit stellt er sich als Welterneuerer in die illustre Tradition von LutherMarx&Engels, Lenin, der DadaistenFuturisten, Unterzeichner des cluetrain-Manifests und vielen mehr. Eine staatsmännische Antwort auf Trump nennen es die einen, den Untergang des Journalismus die anderen. Worum geht es?

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Portfoliomanagement für Content: analog, digital, crossmedial

Gutes Portfoliomanagement hat es schon immer gegeben. Jeder Verlag, der über zehn Jahre alt ist, hat das praktiziert, sonst wäre er untergegangen. Verleger ist man aus Stolz über eine nachhaltige Wirkung. Und ich freue mich heute noch über Buchreihen oder Portale bei Hanser oder Haufe, die ich einmal ins Leben gerufen habe und die als Backlist zu den Standbeinen gehören (oder bei anderen Verlagen wirken). Im Zusammenspiel von digitalen und analogen Medien haben sich jedoch neue Herausforderungen ergeben. Diese gelten nicht nur für Verlage. Jeder, der seine Kunden mit „Content“ beglücken will, kann hier von Verlagen lernen. Gutes „Content Marketing“ ist nämlich keine klassische Kompetenz von Agenturen oder Softwareentwicklern, die stärker von Werbebudgets oder Technologieentwicklungen geprägt sind. Gutes „Content Marketing“ heißt, mittelfristig ein Programm aufbauen, das den Kunden in den Bann zieht und ihn wiederkommen lässt. Und wiederkehrende Kunden sind allemal günstiger als Neukunden – das steht in jedem Lehrbuch für Marketer.

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Virtual Reality und 360-Grad-Video: Trends von der i4c

Letzte Woche fand in München an der Hochschule für Fernsehen und Film die i4c-Konferenz statt, eines der interessantesten Events für Augmented Reality, Virtual Reality und 360-Grad-Video im deutschsprachigen Raum. Neben vielen aktuellen Fallbeispielen wurden auch Technologietrends und Erfahrungsberichte  von Filmemachern, Journalisten und Kreativen vorgestellt: Discoverability, Distribution und die jüngsten „lessons learned“ waren mit im Programm. Hier der Überblick über die zentralen Trends und Erkenntnisse für die Gestaltung innovativer visueller Medien in 2017:

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Dritte Orte: Wie Bibliotheken Begegnung bieten

Mit der Digitalisierung wurde Bibliotheken oft schon der Tod vorhergesagt. Als Beispiel mag das Interview mit dem Leiter der Bibliothek der ETH im Februar stehen, in dem er Bücher für überflüssig erklärt und heftige Reaktionen hervorruft. Disruptive Change und die Ersetzung des Gedruckten hat sich bei Wörterbüchern, Lexika oder den Falkplänen ja schon schnell gezeigt und nicht erst  Warren Buffet sagt den Zeitungen ihren baldigen Tod voraus. Wenn Print tot ist, wozu dann noch Bibliotheken, die seit Jahrhunderten Handschriften und Gedrucktes sammeln? Auf den ersten Blick scheint das stimmig. Aber nur auf den ersten, denn es ist liegt kein logischer Schluss vor, nur eine Analogie. Analogien sind zwar einprägsam und im politischen Diskurs omnipräsent, aber sie werden nicht umsonst seit Jahrhunderten als rhetorisches Stilmittel bezeichnet, nicht als logische Schlussfolgerung. Nun gibt es offensichtliche Gründe für eine Veränderung der Bibliotheken:

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