Google Play Books und die Piraten

Aktuellen Berichten zufolge streicht Google ca. 1500 fehlerhafte Einträge pro Minute, weil sie auf Seiten von Piraten verweisen und das Urheberrecht verletzen. Statista hat hierzu auch eine Übersicht erstellt der am häufigsten abgemahnten Webseiten wie z.B. rapidgator.net oder filestube.com. Damit hat sich die Anzahl der URLs, die zur Löschung vorgeschlagen werden, innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Es verdeutlicht die Stärken und Schwächen der großen Ökosysteme. Sie beherrschen den Markt und ziehen Trittbrettfahrer aller Arten an.
Gut deutlich wird das am Beispiel Buch.

 

google

Google erhält zunehmend Anfragen für die Löschung von URLs aufgrund von Urheberrechtsverletzungen.

 

Im Juni haben wir bei bookbytes über die Piraten auf Google Play Books geschrieben und der Vorgang verdeutlicht das Vorgehen von Google:

In den USA hängen sich Piraten an Bestseller dran und betrügen Kunden, Autoren und Verlage, wie unter anderem Michael Kozlowki und Liam Spradlin berichteten. Sie schlüpfen unter das Dach von bekannten Namen und bieten zu günstigeren Preisen dann falsche Inhalte, Spam oder Viren. Das hatte es bis in die International Business Times gebracht. Und dazu geführt, dass Google vorläufig keine Google Play Books Partner mehr braucht. Das Angebot wurde geschlossen, bis auf weiteres.

Hier zeigt sich, dass der Aufbau von Marken in der Verlagsindustrie nach wie vor gelingt. Sonst wäre es nicht verständlich, dass sich Trittbrettfahren lohnt. Erst wenn bestimmte Autoren oder Werke oder Serien einen Namen errungen haben, können sich andere dranhängen.

Dass Google das Problem zwar angeht, aber längst nicht so schnell, wie es sich die Autoren wünschen, sieht man an den Posts von Net Hoffelder ganz gut, der auch im September noch auffällige Piraten nachweisen konnte.

 

google play

Google will einerseits neue Kunden auf Google Play. Im Books Partnercenter kann man eigene Titel hochladen und veröffentlichen. Jetzt ist das Partnercenter vorläufig geschlossen.

 

Betrachtet man heute Google Books und Google Play, dann fällt auf, dass vor allem die Suche in den Büchern und die Darstellung der Inhalte erweitert wurden. Wie bei Amazon erhält man auch andere, passende Titel vorgeschlagen.

 

mobile

Auf Google Books kann man in den Büchern browsen und sich vergewissern, ob man auch das kauft, was auf dem Cover versprochen wird. Man kann frühzeitig erkennen, welche Inhalte über eine Trefferliste sichtbar oder eben nicht sichtbar werden. Und erhält nebenbei auch noch eine bessere Sichtbarkeit in der Suchmaschine.

 

Aber vor allem zwei andere Neuerungen dürften künftig Piraten eher in Schach halten: die Tagcloud zu den Inhalten und die Möglichkeit, einen Titel nach Schlagworten zu durchsuchen. Jetzt kann sich nämlich der Kunde vorher selber davon überzeugen, ob die Inhalte wirklich das versprechen, was auf Titel, Cover und Beschreibungstext steht.

 

 

Veröffentlicht von

www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.

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