Digital first – wie US/UK-Verlage digitale Imprints positionieren

Digitale Produkte werden nur dann gut, wenn man sie nicht als Zweitverwertung aus dem Print entwickelt. Diese Einsicht ist für Softwareagenturen selbstverständlich, für Fachverlage mit digitalen Angeboten einsichtig – und jetzt hat sie in den USA auch bei klassischen Buchverlagen Fuß gefasst. Ein Zeichen dafür sind die zahlreichen eBook-Imprints, die zuerst das eBook anbieten und dann auch das gedruckte Werk.

Dadurch können neue Autoren gewonnen und gebunden werden, die Reichweite im Netz wird aufgebaut und die Produktentwicklung folgt dem Markt für eBooks. Denn andere Produktformen bieten sich an, die bisher eher aufgrund der Begrenzungen des Mediums oder der Beschränkungen des Handels wenig zum Zug kamen: So werden Fortsetzungsromane oder Serien als eBook sehr gut angenommen. Das bietet die Möglichkeit, längst vergessene Backlistserien wieder auszugraben und auch neue Formate zu testen.

Und wenn dotbooks gleich selbst ohne den Umweg über das gedruckte Buch ein Programm realisiert, dann ist das genau die Konkurrenz zu den Etablierten.
Durch die Technologieplattform von GRIN wurde der Workflow von Beginn an auf das Publizieren von digitalen Produkten ausgerichtet. Das gedruckte Buch ist dann eine Folge. Das erspart nicht nur lange Diskussionen über den Sinn und Unsinn der einzelnen Produktformen, die Ängste im eigenen Haus vor den digitalen Kannibalen und das Festhalten am einmal Erlernten, sondern ermöglicht vor allem eine konsequente Entwicklung neuer Produkte. Zwar ist ein gutes Buch immer noch ein gutes Buch, weil Inhalt und Text stimmig sind, aber es gibt doch ein paar Besonderheiten, die selbst in der Belletristik wichtig sind. Nicht jede Formatierung passt, nicht jeder Umfang ist geeignet, die Dramaturgie des Erzählens will oft neu gedacht werden.
Nicht zu reden von all den Möglichkeiten der enhanced eBooks und Apps, die viel schneller und einfacher erschlossen werden können.

Die Konkurrenz kommt jedoch nicht nur von Verlagen. Auch Agenturen wie trident und andere Selfpublishing-Plattformen positionieren sich als bessere Anwälte der Autoren. Von Barnes & Noble mit Fictionwise oder Amazon gar nicht zu sprechen. Deshalb investiert z.B. Penguin auch in Selfpublishing mit dem Kauf von Author Solutions, das im Namen schon das neue Programm des Verlages als Dienstleister am Autor offenbart.

In den USA liegen die Preise zwischen 2,99 $ und 4,99 $ und um die 12,99 $ für das Monatsabo bzw. 59,99 $ / Jahr.
Die meisten Titel werden gedruckt über POD-Verfahren auch für die „klassischen“ Leser angeboten.

Allerdings sind auch die Bedingungen andere. Die meisten Autoren fordern 25-30% Honorar und ab 10.000 verkauften Exemplaren 50%.

Was Droemer mit neobooks in Deutschland macht, findet sich ebenso bei einige Imprints in UK und den USA. Hier eine Übersicht:

 

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www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.