Cross Channel Marketing – die Trends

Mobile Commerce und Social Media treiben die Diskussion um die Zukunft von Cross Channel Marketing voran. Ohne Zweifel wird das richtige Zusammenspiel der verschiedenen Wege zum Kunden über die Zukunft entscheiden.
Was bedeutet das für Verlage und den Buchhandel? Das Muskelspiel zwischen Amazon und Barnes & Noble zeigt, dass Online allein genausowenig alles bedeutet wie Print allein. Hier einige der wichtigsten Trends und ihre möglichen Auswirkungen, die am Cross Channel Tag in Bonn im Januar sichtbar wurden. Für sich betrachtet sind viele dieser Trends nicht neu. Es ist jedoch eine Bestätigung dafür, dass das Thema nicht nur Verlage und Buchhandlungen betrifft, sondern flächendeckend alle Branchen.

  • Online ist in den letzten Jahren in allen Belangen gewachsen: mehr Umsatz, mehr Kunden, mehr Reichweite.
    Der Vertriebsweg Online ist aus keiner Branche mehr wegzudenken. Nicht unbedingt nur als Vertriebsweg für digitale Bücher, sondern vor allem auch als Marketinginstrument kann es jedem Verlag, jeder Buchhandlung helfen.
  • Offline, Online (Facebook, Groupon etc.) und Mobile werden definitiv enger zusammenwachsen. Die Kunden nutzen die verschiedenen Channels zum Vergleich, zur Prüfung der Ware und zum Kauf – und das auf je unterschiedliche Weise. Wichtig ist, dass kein Channel alleine bestehen wird. Die Kunden werden je nach Interesse, Bedürfnis und Produkt immer mehr die verschiedenen Informationsmöglichkeiten nutzen. Es gilt, die jeweilige Wechselwirkung von Offline, Online und Mobile zu erkennen und die eigenen Stärken zu forcieren. Ein gedruckter Katalog kann dabei genauso gut neue Kunden gewinnen wie eine App. Wichtig ist, dass der Kunde die Information aus einem Channel oft mit denen aus einem anderen vergleicht. Deshalb muss der Markenkern über die verschiedenen Kanäle gleich bleiben.
    Wie immer hilft hier die Frage nach der eigenen Marke weiter: Wo liegt meine Wertschöpfung? Was soll meine Marke für meine Kunden bedeuten? Von dem ausgehend lässt sich dann ableiten, wie man in den verschiedenen Channels unterwegs sein möchte.
    Das Beispiel flyeralarm zeigt, dass es dabei nicht nur um ein gutes Endprodukt geht, sondern vor allem um eine möglichst optimale Betreuung des Kunden bei jedem Schritt.
  • Mobile Commerce wird durch das Anwachsen der Smartphones und den Bezahlfunktionen des Smartphones zunehmen. Durch In-App-Purchase werden die reinen Mobile-Umsätze steigen.
    Textunes und Co. machen es vor: Durch kostenlose Apps werden die Kunden gebunden.
  • Social Media werden an Bedeutung gewinnen: Immer mehr Personen sind dadurch vernetzt und zahlen auch in virtuellen Währungen innerhalb des Netzes. Die Empfehlungen aus dem Netz werden noch weiter zunehmen. Über Social Media haben die Unternehmen die Möglichkeiten, schneller die Bedürfnisse vieler Kunden zu erkennen.
    Eigene Communities aufzubauen kann für Buchhandlungen wie für Verlage ein Weg sein, erstmalig eine 1:1-Beziehung zu haben. Für Fachverlage keine Neuerung, für Belletristikverlage ein Novum. Die Finanzierung muss dann aus dem Marketing kommen.
  • Die Datenflut mit all dem Detailwissen über den Kunden wird extra Aufwand verursachen, aber auch zu gezielten Ergebnissen führen.
    In der Regel heißt das: Wer ist künftig im Unternehmen für diesen Wissensaufbau zuständig? Wer wird das CRM-System aufsetzen, erweitern, pflegen?

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf NFC und mobile payment hingewiesen:
https://www.smart-digits.com/2011/11/mobile-payment-eine-chance-fur-buchhandlungen/

Unsere Einschätzung zu amazon vs. Barnes & Noble:
https://www.smart-digits.com/2012/02/amazon-vs-barnes-noble-et-al-multichannel-ist-auch-fur-ebooks-wichtig-noch/

Veröffentlicht von

www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.