Die digitale Aus- und Weiterbildung

Zur Buchmesse 2013 hat Yodu-media vor allem die UK-Ausbildungsinstitutionen befragt, was aus deren Sicht die wichtigsten Änderungen der letzten zwei Jahre waren und wo die Herausforderungen liegen. Dies trifft sich mit den Erfahrungen in Deutschland, wobei hierzulande durch die starke Rolle der staatlichen Schulen und der Kultusministerien die Gesamtsituation noch träger ist.

 

Zusammengefasst sind es vor allem die folgenden Einsichten:

 

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  • Das Tablet hat in den letzten zwei Jahren die Nutzungsgewohnheiten der Kunden und die Erwartungshaltungen besonders verändert.
  • Dabei wird stark auf Windows geachtet, weil das die für Lehrer wichtigste Plattform ist. Die Bewegungen dort werden genau beobachtet.
  • Da in dem digitalen Markt mittlerweile mehr Informationen vorliegen, ist es einfacher geworden, Produkte nicht einfach in den Markt hinein zu entwickeln, sondern den Kundendaten folgend. Aber die vorliegenden Produkte haben noch mehr den Charakter von Prototypen als von realen Lösungen.
  • Aber nach wie vor existiert das Problem, dass die Kunden natürlich noch gar nicht wissen, was sie eigentlich wollen.
  • Die Bedürfnisse der Lehrer und Weiterbildungseinrichtungen und die der Schüler (und Eltern) gehen immer noch weiter auseinander. Vor allem letztere fordern immer stärker nach Lösungen.
  • Die Verlage bemängeln selber, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kunden zu wenig kennen und wirklich Lösungen dafür entwickeln.
    Deshalb ist die Beratung von Schulen und Lehrern ein Teil der Aufgaben von Verlagen.
  • Dabei sind die technologischen Herausforderungen die größten, denn es liegt an den Schulen, hier die entsprechende Infrastruktur zu schaffen.
  • Der größte Wunsch ist der nach Lösungen, die über alle Plattformen hinweg funktionieren.
  • Durch digitale Angebote können Leser erreicht werden, die durch gedruckte Werke nicht mehr erreicht wurden.
  • Manche Verlage sind der Einschätzung, dass sie selbst in letzter Zeit viel zu langsam vorangekommen sind, auch wenn sich die gesamte Branche ihrer Einschätzung nach noch langsamer entwickelt hat.
  • Einige bedauern es, in den letzten Jahren auf Insellösungen gesetzt zu haben, anstatt sich mit anderen Verlagen zusammengetan zu haben.
  • Vor allem die Einbeziehung der Vertriebs- und Marketingabteilungen hätte aus der Sicht aller früher und besser erfolgen sollen. Die Produktentwicklung für digitale Lösungen muss eben anders erfolgen und die Verlage sind noch nicht entsprechend organisiert.

Eine entscheidende Frage wird also sein, wie und ob sich die Nutzer selbst (Lehrer und Schüler) über den Nachmittagsmarkt immer mehr vom Vormittagsmarkt abkoppeln und dort eigene Angebote einstellen. Das setzt voraus, dass diese Zielgruppe durch die Unterstützung der großen Plattformen, allen voran Google, Apple und Microsoft, ganz einfach zu bedienende Werkzeuge erhalten, die übergreifend wirksam sind.

 

 

 

Veröffentlicht von

www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.