Content Marketing – was muss gemessen werden?

Content Marketing hat das Zeug zum Schlagwort des Jahres. Im Wesentlichen geht es um die Vermarktung des eigenen Produktes durch passende Inhalte. “Content” in den verschiedensten Spielarten ermöglicht nicht nur eine bessere Auffindbarkeit im Netz, sondern ermöglicht auch bessere Services und Kundenbindung. Die auf smart digits vorgestellte App von Delta Air ist nur eines von vielen Beispielen.
Die großen Ökosysteme von Apple und Co. machen es vor, wie man durch eine Verknüpfung von Hardware, Software, Services und Content die Kunden an sich bindet. Content ist dabei oft nicht mehr das Verkaufsprodukt, sondern das Schmieröl im Kundenkontakt. Die Unternehmen machen sich selbst daran, Verleger zu spielen.

Für Medienunternehmen kann dieser Weg eine künftige Einnahmequelle sein. So wie Fach- und Wissenschaftsverlage schon lange ihre Inhalte über Datenbanken an die Kunden (Firmen, Bibliotheken, Universitäten) liefern, könnten künftig auch andere Inhalte auf digitalem Weg direkt zum Leser gelangen. Vorausgesetzt die Verlage wissen, was sie wie liefern sollten. Sie müssen ihre Kunden (den für Marketing Verantwortlichen in Unternehmen) überzeugen, dass ihre Inhalte seinen Erfolg fördern.

Deshalb hier ein Blick auf die klassischen KPIs (key performance indicator = wichtige Messgrößen zur Beurteilung von Erfolg oder Nichterfolg), nach denen ein Marketer den Erfolg von Content Marketing beurteilen wird:

 

Checkliste für den Erfolg von Content Marketing

  1. Wie viele Kunden haben den Beitrag gelesen?
    Die Anzahl der Besucher ist nach wie vor die ersten Größe. Wobei es zu unterscheiden gilt, was die Kunden gelesen haben und wie die Konversionsraten sind. Möglicherweise sind Leser eines Whitepapers auch bessere Käufer als die eines Blogbeitrags – oder umgekehrt.
  2. Wo sind diese Kunden?
    Die Geolokalisierung sollte unbedingt berücksichtigt werden, um die Marketingmaßnahmen vor Ort richtig einsteuern zu können.
  3. Auf welchen Geräten erreiche ich die Kunden?
    Die Lesegeräte (Smartphone, Tablet, PC…) liefern Aufschluss über die richtige Aufbereitungsform. Es liegt auf der Hand, dass Informationen auf dem Smartphone anders aufbereitet werden muss als für das Tablet.
  4. Wie intensiv befasst sich mein Kunde mit den Inhalten?
    Die Absprungrate und Verweildauer zeigen die Relevanz des Inhalts für den Leser. Ein zehnseitiger Beitrag hat sein Publikum nicht erreicht, wenn er trotz hoher Besucherzahlen meistens nach zehn Sekunden verlassen wurde.
  5. Was genau an meinem Angebot interessiert den Kunden?
    Sogenannte “heat maps” wie die von Anbietern wie crazy egg aggregieren die Nutzerdaten grafisch und geben Auskunft über die Verweildauer innerhalb des Angebots. Dies gibt noch einmal mehr Informationen zur Relevanz, Nutzerführung und Usability.
  6. Wie viele Seiten liest der Kunde?
    Als Folge sind die gesehenen Seiten im Verhältnis zur Anzahl der Leser wichtig: je mehr Seiten pro Leser, desto besser. Die Leser bleiben am Thema dran und interessieren sich dafür.
  7. Wie viele Kunden empfehlen das Produkt weiter?
    Auch wenn in der Regel nur ein Prozent aller Leser auch aktiv posten und schreiben: Kommentare und vor allem Empfehlungen im Sozialen Netz sind die besten Botschafter. Dabei sollte es dem Leser so einfach wie möglich gemacht werden, die Inhalte auch gleich weiterzuleiten. In den USA bieten Firmen wie AddThis hierfür ihre Dienste an, hier kann man sich bei book2look ein Beispiel nehmen, wie Buchinhalte auch gleich über die richtigen Menüleisten mit anderen geteilt werden können.

 

 

Veröffentlicht von

www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.