Facebook – wann überzeugt der Auftritt und warum?

Was denkt eigentlich Ihre Zielgruppe über Ihre Produkte?

Weil die Sicht des Kunden darüber entscheidet, ob Ihre Angebote künftig Erfolg haben werden, stellen drei Absolventinnen des Masterstudiengangs Buchwissenschaften der LMU München hier ihre Untersuchungen vor: zu einem Facebookauftritt, den Anforderungen an eine Lehrplattform und den “gläsernen” Leser im Big Data-Strudel. Die Beiträge vereinen bewusst die fundierte Recherche mit einer persönlichen Stellungnahme. Für weitere Fragen stehen die Autorinnen zur Verfügung und können über die angegebenen Adressen erreicht werden.

Den Anfang macht Stefanie Geisberger mit ihrem Artikel darüber, warum sie dem Facebookauftritt von dotbooks folgt.
Alle reden von Social Media Marketing und viele haben auch schnell erkannt, dass die Tools aus dem Direktmarketing hier falsch am Platz sind. PR ist gefragt, ein langer Atem und ein ganz eigener Auftritt:

Warum mich der Facebook-Auftritt von dotbooks einfach überzeugt …

Im Zeitalter des Web 2.0 wird es immer wichtiger, auch als Unternehmen in Sozialen Medien präsent zu sein. Doch die Umsetzung solch einer Online-Präsenz gelingt unterschiedlich gut. Besonders erfolgreich schafft es meiner Meinung nach der 2012 gegründete dotbooks Verlag, seine (potenziellen) Kunden zu begeistern. Eine kurze Analyse.

Ich bin Jahrgang 1986 und darf mich damit wohl zweifelsfrei zur Generation der sogenannten Digital Natives zählen. Ohne Internetzugang kann ich mir mein Leben eigentlich nicht mehr vorstellen. Tatsächlich bin ich fast immer online und nutze verschiedene soziale Netzwerke, hauptsächlich aber Facebook, wie praktisch jeder, den ich kenne. Ich schreibe Nachrichten, überfliege den Neuigkeiten-strom – und stelle dabei regelmäßig die zahlreichen Postings meiner Gefällt mir-Angaben ab, weil ich mich mit unnützen und uninteressanten Beiträgen überschwemmt sehe.

Auf den dotbooks Verlag bin ich durch mein Studium der Buchwissenschaft an der LMU aufmerksam geworden. Ein reiner E-Book-Verlag, das klang interessant. Deshalb habe ich letztes Jahr den Gefällt mir-Button auf der Facebook-Seite von dotbooks gedrückt. Nach wenigen Wochen fiel mir auf, wie gerne ich die fast täglichen Beiträge des Verlags verfolge – ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten. Doch woran liegt das?

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die Begeisterung des dotbooks-Teams ist einfach ansteckend. Ich freue mich schlicht und ergreifend mit, wenn wieder ein neuer Autor oder eine neue Autorin sein oder ihr Werk bei dotbooks veröffentlicht. Und herzlich gerne rätsle ich, wenn es heißt: „Aus der Reihe Autoren unterschreiben ihre dotbooks-Verträge heute Cornelia Schenk. Na, was glaubt ihr: Welche Art von Büchern schreibt sie?“

autorin dotbooks

Cornelia Schenk, dotbooks Autorin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Auflösung lautet im Übrigen Gesundheitsratgeber. Sie sehen schon, worauf das Ganze hinausläuft: Ich hatte Spaß UND habe eine neue Autorin von dotbooks kennengelernt.

Ein anderes Beispiel: Zum Valentinstag stellte Programmleiter Timothy Sonderhüsken ganz besondere Valentinskarten vor, zusammen mit der Frage: „Na, überlegt ihr schon, was für eine Valentinstagskarte ihr mir schickt (oder einem anderen Menschen in eurem Leben)? Die folgenden Sprüche sind eventuell nicht für jeden Empfänger geeignet … ;-)“ – Ein kurzer Blick auf die Karten und im darunterstehenden Kommentar sehe ich eine Sammlung von Liebesgedichten namens Ein Kuss aus tausend Worten. Wieder ist es dem dotbooks-Team gelungen, mich auf angenehme Art und Weise über das aktuelle Programm zu informieren.

dotbooks valentin

Valentinsgrüße vom dotbooks Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gekonnt verpackte Reklame ist jedoch längst nicht alles, was den Facebook-Auftritt des Verlags so besonders macht. Es ist vielmehr die herrliche Authentizität, die bei jedem Post deutlich wird – ganz ohne die üblichen (und langweiligen) Marketing-Floskeln. Ein Beispiel: „Schneit es bei euch auch? München wechselt gerade von ‚schön überzuckert‘ zu ‚jetzt wird es lästig auf dem Heimweg‘– und als wollte er sich ein bisschen über mich lustig machen, schickt unser Autor Rolf Ackermann mir diesen Schnappschuss … Das Leben, es kann so ungerecht sein!“

dotbooks autor

Rolf Ackermann, dotbooks Autor, auf Safari

 

Da spricht er mir aus der Seele! Aber nicht alle Beiträge von dotbooks haben etwas mit Autoren oder deren Büchern zu tun. Manchmal verkündet Timothy Sonderhüsken auch einfach seinen Unmut, etwa wie in diesem Beispiel: „Ich atme tief ein und ganz ruhig aus … ich atme tief ein und ganz ruhig aus … (‚Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind ein reines Online-Magazin, haben uns aber entschieden, dass wir aus Prinzip keine E-Books besprechen werden.‘) … ICH ATME TIEF EIN UND GANZ VERDAMMT NOCH MAL RUHIG WIEDER AUS, WEIL ICH TOTAL ENTSPANNT BIN!“

 

dotbooks abschluss

dotbooks Posting zum Thema E-Book-Rezensionen

 

 

 

Ein Unverständnis, das ich im Übrigen teilen muss. Beinahe endlos könnte ich an dieser Stelle weitere Beispiele anführen, noch längst ist nicht alles gesagt. Aber eines ist, denke ich, sehr deutlich geworden: Ich mag den Auftritt des dotbooks Verlags wirklich gerne, weil er so großartig authentisch, kreativ und persönlich ist. Mag natürlich sein, dass ich in ferner, ferner Zukunft doch einmal einen Overkill in Sachen dotbooks erleide (auch wenn ich mir das augenblicklich so gar nicht vorstellen kann), aber fest steht auch, dass das dotbooks-Team bis dahin einen guten Job gemacht hat. Der Verlag genießt meine volle Aufmerksamkeit. Und genau das wünsche ich mir auch von anderen Verlagshäusern: Innovative und authentische Beiträge ohne plumpe Werbung! Denn dann werde ich mit Begeisterung wunderbare neue Bücher von vielen tollen Verlagen auch in der Welt des Web 2.0 für mich entdecken.

Stefanie Geisberger ist ausgebildete Buchhändlerin und studiert im Masterstudiengang Buch- und Medienforschung an der LMU München. Nebenbei arbeitet sie freiberuflich für Verlage und Agenturen in den Bereichen Lektorat/Korrektorat, Marketing/Vertrieb und Presse. Sie ist zu erreichen unter stefanie.geisberger@campus.lmu.de.

 

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Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.