Neue Kunden durch QR-Codes: Social Media Marketing – Erfahrungen aus den USA

In unserer Serie zum Thema Social Media Marketing haben wir bereits auf die vorrangige Bedeutung des eigenen Webauftritts hingewiesen. Es ist sozusagen das Basislager für alle weiteren Aktivitäten im Netz, der Ausgangspunkt, zu dem man immer wieder zurückkehrt.
Und das Basislager will gepflegt sein. Wie aber lockt man noch weitere Kunden auf die eigene Seite?
Da mobile commerce im Kommen ist und sich immer mehr Kunden auch über ihr Smart Phone über Produkte informieren, bietet sich dieser Weg an. Sprich: Versehen Sie Ihre Produkte mit QR-Codes oder anderen Tags und bieten

ihnen dadurch einen weiteren Zugang zu Ihrer Welt.

ScanLife hat eine Reihe guter QR-Code-Kampagnen zusammengestellt, die zeigen, dass es sehr unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten und Ziele geben kann. Hier ein paar Beispiele, die sich gut auf Verlage und Buchhandel übertragen lassen.

Beispiel 1 – die eigenen Inhalte über einen Partner mit hoher Reichweite vermarkten
Das Beispiel von Taco Bell und MTV zeigt, dass durch Kooperationen für beide Seiten eine win-win-Situation entstehen kann. Taco Bell bietet seinen Kunden beim Essen ein wenig Spaß und Zugang zu Videos, MTV erhält mehr Reichweite und Bekanntheit durch die Kunden von Taco Bell. Diese Form bietet sich natürlich für Verlage an, die ihre Inhalte anderen Dienstleistern zur Verfügung stellen können, sei es gegen Bezahlung, sei es um neue Kunden anzusprechen.

Beispiel 2 – das eigene Produkt durch eine Suchkampagne aufwerten
Das Beispiel von Mercedes in Singapur zeigt, wie man das eigene Produkt aufwertet. Fünf Mercedes mit QR-Codes fuhren durch Singapur und sollten abfotografiert werden. Dem Sieger winkt ein attraktiver Preis. Derartige Kampagnen lohnen sich für lokales Marketing. Jeder Krimi, der stark mit einem Ort verknüpft ist, ließe sich interessant vermarkten. Hier und dort ein QR-Code platziert und mit einem Kreuzworträtsel vor Ort verknüpft, und schon werden Leser zu Detektiven.
Was gleich eine Überleitung zu einem weiteren Beispiel bietet:

Beispiel 3 – eine örtliche Gemeinschaft aufbauen und an das eigene Geschäft binden
Das Schuhgeschäft SoleHeaven hat in seinem Umkreis witzige und originelle QR-Codes platziert. Die Kunden erhielten dadurch Rabatte für Produkte, konnten aber auch andere Gleichgesinnte aus der Umgebung treffen, um sich über Facebook über gute Laufstrecken, Schuhe und anderes auszutauschen.
Einen etwas anderen Weg hat ein Bauer in Frankreich gewählt. Seine Kühe tragen die QR-Codes zur Schau, die Touristen werden beim Scannen auf ein Spiel gelockt und können den Preis natürlich nur im Laden vor Ort einlösen. Den meisten schmeckt der geschenkte Käse dann so gut, dass sie natürlich noch weitere regionale Produkt kaufen.

Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt, wie Kunden auf die eigene Seite und die eigenen Produkte geführt werden sollen. (Ein paar der skurrilsten Beispiele für QR-Codes finden hat t3n zusammengestellt.)
Wichtig ist dabei wie immer:
Der Kunde soll Freude an der Suche haben. Er muss etwas erhalten, das ihm einen Wert beschert. Und es soll zur eigenen Marke passen. Die eigene Marke zu entwickeln darf dabei nie aus den Augen verloren werden. Wie schon in unserem letzten Beitrag zum Thema gezeigt, ist die Schlüssigkeit der Botschaft in allen Medien wichtig. Die Festlegung der Marke, der Botschaften, der Zielgruppe, der Tonalität der Botschaften sind nötige Hausaufgaben. All das sollte zusammenpassen, denn Widersprüche sind im Netz nur einen Klick voneinander entfernt. Und Widersprüche werden leider bestraft.

Veröffentlicht von

www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.