Wie vermarktet man Apps?

Eine App machen scheint nicht schwer, sie zu vermarkten dagegen sehr… Bei Apps helfen uns noch keine Erfahrungen wie im Buchmarkt. Ist PR am wichtigsten, die Platzierung im Shop oder doch die Vermarktung über social media? Ist der Erstverkauf entscheidend oder gibt es eine Backlist? Der Markt ist noch zu jung, um schon verlässliche Schlüsse ziehen zu können und so bleibt nach wie vor die Unsicherheit. Aber es gibt eine Reihe von guten Richtlinien, die man sich schon mal ansehen kann.  Craig Lockwood hat z.B. erst kürzlich zehn wichtige Punkte aufgeführt, die zu berücksichtigen sind, wenn man eine App erfolgreich vermarkten möchte:
1 Design des App-Icons
2 internationale Vermarktung durch Übersetzung
3 eigene Microsite zur Bewerbung
4 das Flüstern und den Lärm der social media nutzen
5 Light-Versionen und Bezahlapps
6 die richtigen Metadaten wählen
7 optimierte Dateigröße zum schnellen Download
8 PR
9 gutes Design und
10 die richtigen Experten am richtigen Ort.
Die App-Entwickler geben weiter Tipps, aber auch die AppAgency oder weever, um nur einige zu nennen. Manche Entwickler wie z.B. appsfactory bieten neben der Entwicklung noch die Unterstützung zur Vermarktung an.
Vor einer Abarbeitung dieser Punkte lohnt es sich jedoch, noch einmal auf Apple selbst zu hören.

Marketing beginnt mit der ersten Idee
Entscheidend ist bei der Produktentwicklung, dass das Marketing bei der Prüfung der Idee beginnt. Das ist nicht neu, aber bei der Softwareentwicklung umso wichtiger, weil viele Weichen bei der Planung gestellt werden und eine Rückkehr einer Neuentwicklung gleichkommt.
Apple selbst empfiehlt deshalb nicht zu unrecht den folgenden Merksatz bei der Entwicklung einer App:

What is the differentiator of your solution for your customer?
Ich muss wissen, worin sich mein Produkt von den anderen im Markt unterscheidet.
Ich muss wissen, worin meine Lösung besteht für den Kunden.
Ich muss wissen, wer genau meine Kunden sind.
Daraus lassen sich dann nämlich erst die Folgerungen ziehen für die übliche Klaviatur des Marketings.

Bei der App-Entwicklung ist also die konzeptionelle Vorarbeit genauso entscheidend für den Erfolg wie die gute Durchführung der einzelnen Maßnahmen.
Deutlich wird dies schon bei der ersten Empfehlung Lockwoods, das Icon für die App richtig zu gestalten.

De gustibus non disputandum – aber trotzdem muss man zu einer Lösung kommen. Wie schon bei der Covergestaltung von Büchern sollte man auch bei der Gestaltung und Auswahl des Icons der App ein methodisch und strategisch sinnvolles Vorgehen mit ästhetischen Kriterien verknüpfen können.
Denn ein Icon ist nur dann wirklich gut, wenn es eine ästhetisch gute Lösung ist und zugleich in die Strategie passt.
Was heißt das?

Was ist das Ziel?
Wenn die App einen Bezug zum Gesamtprogramm aufweisen soll oder ein Teil einer Serie ist, muss das Icon dies auch zeigen.
So sind im Vorfeld die Fragen zu klären, ob der Verlagsname, der Name des Autors oder der Titel im Vordergrund stehen sollen. Und für welche Zielgruppe was relevant ist.
Eine App kann ja aus unterschiedlichen Gründen entwickelt worden sein. Sicher ist es nie verkehrt, wenn viel Umsatz generiert wird und das das Hauptziel ist. Dann muss sich das Icon “nur” am App-Markt orientieren und dort bestechen. Manchmal soll aber (auch) die Marke des Verlages oder eines Autors gestärkt werden und Reichweite ist wichtiger. Das könnte dann zu einer ganz anderen Gestaltung des Icons führen. Denn dann spielt die Wiedererkennbarkeit eine Rolle, die Möglichkeit einer Serienentwicklung.
Je besser also die oben genannten Fragen zu Beginn gelöst wurden, desto einfacher die spätere Vermarktung.

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www.smart-digits.com

Meine Schwerpunkte sind die strategische Entwicklung von Unternehmen, die Gestaltung der passenden Geschäftsmodelle und die Kundenanalyse - das klingt nach trockenem Brot. Aber es kann sehr kreativ, anregend und erfüllend sein. Aus meiner Erfahrung als Produktmanager, Verlagsleiter und Geschäftsführer beim Carl Hanser Verlag und Haufe-Lexware kenne ich das Mediengeschäft und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Mit Partnern entwickle ich Plattformen wie flipintu oder lectory und digitale Lernmethoden mit dem Goethe-Institut und verschiedenen Universitäten. Man muss etwas selber erfahren, um es auch vermitteln zu können. Nicht dass ich ein Fan von Steve Jobs wäre, aber seine legendäre Rede in Stanford ist klug und das Motto passt: Stay hungry. Stay foolish. Das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Meetings und Phrasen zu vergeuden.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. danke für den Hinweis – der Bericht, auf den verwiesen wird, stellt das Thema Multiplikatoren (Punkt 4 und 8 in der obigen Checkliste) nochmals gesondert heraus

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