So entwickelt sich der Markt

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  • Der Markt für Endgeräte (Tablets, Smartphones, eReader)
  • Die Kunden: Wie nutzen die Personen die Geräte? Was machen Sie im Netz? Wie verändert sich der Arbeitsplatz?
  • Die Ökosysteme der Global Player: Wie spielen die Ökosysteme von Apple, Amazon, Google und anderen zusammen?
  • Andere Anbieter von Inhalten – die „neuen Verleger“: Selfpublishing, Agenturen, Lehrstühle, Institutionen

Links zum Kapitel: Teil 1 / Teil 2


Aktuelle Updates

März 2015

Buch vs. eBook, Print vs. Digital

Der Blick in die deutsche und internationale Debatte über die aktuelle Marktentwicklung zeigt wie immer ein höchst heterogenes Bild. Der eBook-Distributor Readbox hat im März eine Zusammenfassung seines Geschäftsjahres 2014 veröffentlicht, als Infografik mit einigen höchst interessanten Einsichten in den deutschen Markt, vor allem was die Verteilung der eBook-Shops angeht. Die aktuelle Diskussion über Digitalmedien haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst. Dazu passt thematisch sehr gut die Übersicht von Meedia über die Umsatzentwicklung im deutschen Zeitschriftenmarkt. Da zeigt die Kurve bei den meisten Anbietern leider schnurstracks nach unten.

Ein deutlich anderes Bild zeigt der internationale Markt: Publishing Perspectives berichtet über die jüngste Marktstudie von Nielsen BookInsights zum Buchmarkt im UK. Hier ist der Gesamtmarkt stabil bis leicht steigend – und der Anteil der eBooks geht stetig nach oben. Kein Wunder, zieht man die Zahlen zu Rate, die im englischsprachigen Raum erhoben werden, wie eine Infografik zur Popularität des digitalen Lesens bei ebookfriendly.com zeigt. Im UK kann also von einem eBook-Plateau keine Rede sein, ganz im Gegenteil zu den USA.

Doch auch hier muss man das Bild differenziert sehen, wie Dan Cohen in seinem Artikel „What’s the matter with ebooks“ zeigt. Er führt hier das Konzept des „dark reading“ ein, das die vielen Wege bezeichnet, auf denen digitale Inhalte gelesen werden, ohne dass dies in Branchenstatistiken noch erfasst würde. Und wer wirklich tiefe Einblicke in das aktuelle Nutzerverhalten bekommen möchte, dem sei eine Studie zum digitalen Lesen in Belgien empfohlen, die jüngst bei Smartbook erschienen ist. Zwar ist der Marktfokus doch recht klein, aber die Zahlen zeigen eine außergewöhnlich detaillierte Perspektive auf die Mediennutzung

Was macht Apple

Im Februar noch als Gerücht gehandelt, scheinen sich Apples Pläne für die Entwicklung von Elektro-Autos zu konkretisieren, es sollen auch bereits andere Hersteller Interesse an der Mitarbeit haben. Und nach vielen Monaten der Ankündigungen und sorgsam dosierten Leaks wird im Frühjahr nun endlich die Apple Watch auf den Markt kommen. Daneben gibt es nach langer Zeit auch einmal wieder interessante News aus dem Content-Bereich: Nach der Übernahme von Beats arbeitet Apple an einem Flatrate-Modell für Musik als Konkurrenz für Spotify und Konsorten, dazu soll im Herbst angeblich ein eigener TV-Streamingdienst starten.

Facebook: Auf dem Weg zum reinen Plattform-Ökosystem

Anläßlich seiner F8-Konferenz brannte das soziale Netzwerk ein wahres Feuerwerk an Ankündigungen und Innovationen ab: Bereits im Vorfeld machte der Plan Furore, amerikanischen Publishern die Möglichkeit zur Direktveröffentlichung von Inhalten auf Facebook zu geben. Einen guten Überblick über die F8-News gibt es bei Quartz, eine Zusammenfassung über die Pläne mit dem Facebook Messenger bei Readwriteweb. Von Business-Integration über eine Bezahlfunktion bis hin zu einem eigenen Appstore für Messenger-Apps ist hier alles geboten, um den Messenger zu einer eigenen Web-Plattform aufzubauen.

Sehr gut passt dazu auch Benedict Evans‘ Analyse des aktuellen Stands der Messenger-Apps in der mobilen Welt. Aber damit nicht genug. Auch WhatsApp soll ausgebaut werden und wird als nächstes eine Telefonie-Funktion spendiert bekommen. Ebenfalls auf der F8 gezeigt wurden die Planungen im Bereich Virtual Reality und Augmented Reality, die Facebook seit dem Kauf von Oculus verfolgt. Und einen guten Gesamtüberblick über die Entwicklung geben die Netzpiloten in einer sehr lesenswerten Analyse, die insbesondere Facebooks Bemühungen um Diversifizierungen gut auf den Punkt bringt.

Februar 2015

Mobilgeräte und die App Economy

Aktuell gibt es erste gesicherte Zahlen zum Hardware-Markt in 2014. Während im Tablet-Bereich momentan eher Stagnation zu verzeichnen ist, boomen die Smartphones weltweit ungebrochen. Bei der Marktverteilung gilt jedoch bei beiden Gerätetypen: Die großen Hersteller verlieren Marktanteile, die kleine und „sonstigen“ gewinnen. Für die Ökosysteme insgesamt zieht Benedict Evans eine interessante Bilanz: letztlich haben bisher Apple und Google die Auseinandersetzung beide gewonnen – jeder auf seine Weise. Denn wie weit Google mit seinem App-Store mittlerweile aufgeholt hat, zeigt auch Lead Digital. Beim Thema App-Monetarisierung dagegen ist der Einzelverkauf mittlerweile wirklich zum Auslaufmodell geworden: neben In-App-Verkäufen kommt aktuell In-App-Advertising als zweite große Erlösquelle hinzu. Und wie stark die „App Economy“ mittlerweile in Deutschland und Europa geworden ist, zeigt eine aktuelle Studie von Vision Mobile, hier auch in einer deutschen Zusammenfassung bei mobilbranche.de zu lesen.

Was macht Apple gerade?

Betrachtet man die momentane Entwicklung der beiden großen Ökosysteme, bekommt man stark den Eindruck, dass Publishing- und Content-Produkte gerade das letzte sind, was die Strategen dort interessiert. Bei Apple dreht sich gerade alles um die Apple Watch und andere Wearables, daneben spielen noch Produkte wie Apple Pay und der Einstieg in den Enterprise-Markt eine Rolle, wie auch Ben Thompson bemerkt. Daneben scheint Apple auch in die Entwicklung von Elektro-Autos einsteigen zu wollen, wie letzten Monat die Runde machte – und eines der jüngsten Projekte ist eine für europäische Verhältnisse riesige Solarstrom-Farm. Und ganz nebenbei hat Hyundai das erste Auto auf den Markt gebracht, das sowohl iOS- als auch Android-Geräte integrieren kann. Und wer ein bißchen mehr Zeit für einen wirklich tollen Longread mitbringt, dem sei das Portrait des New Yorker über den Apple-Chefdesigner Jonathan Ive empfohlen: Neben einer klasse Reportage ist hier einiges zwischen den Zeilen zu lesen, was die Zukunft des Konzerns angeht.

Was macht Google gerade?

Während Apple sich um Uhren und Autos kümmert, greift Google eher gleich mal nach den Sternen: Als jüngste Investition hat man sich mit einer Beteiligung beim Raumfahrt-„Startup“ Space X eingekauft. Das ist natürlich folgerichtig, wenn man bedenkt, dass Google gerne auch selber Netzprovider werden würde. Und ein weiterer Schritt dazu wäre das „Loon“-Projekt, bei dem mit funkgestütztem Internet-Zugang über Ballons experimentiert wird. Ebenfalls neu im Portfolio ist ein Anteil vom Augmented Reality-Unternehmen Magic Leap – was diese Firma so alles an Patenten im Schrank hat, zeigt ein spannender Artikel in der Wired.

Januar 2015

App-Store-Trends

Wie immer am Anfang des Jahres gibt es neue Zahlen für die App-Stores und ihre Umsätze. Der US-Analytics-Anbieter App Annie präsentiert dazu seinen App-Store-Report für 2014, den Überblick dazu gibt es bei TechCrunch, die komplette Studie zum kostenlosen Download direkt auf der App Annie-Seite. AppFigures, ein weiterer Analytics-Anbieter für Apps, zeigt auf seinem Blog, wie der Google Play Store mittlerweile gegenüber dem iOS-App-Store aufgeholt hat, was die Zahl der Apps und der Downloads angeht. Leider schweigt sich AppFigures nur über einen entscheidenden Faktor aus: die dazugehörigen Umsätze…

Was tut sich bei Apple?

Im Content-Bereich war ja trotz vieler Innovationen in anderen Bereichen länger nichts mehr von Apple zu hören. Umso mehr überraschte der Konzern mit der Neuigkeit, dass die für sich genommen relativ banale Standard-Installation von iBooks seit iOS8 Apple etwa eine Millionen neue Kunden pro Woche beschert hat. Die Frage dabei bleibt nur, ob die sich auch in zahlende eBook-Kunden konvertieren lassen – oder wie Steffen Meier es ausgedrückt hat, ob „Apple jetzt endlich der Einstieg in den eBook-Markt gelingt“. Der strategische Schwerpunkt liegt jedenfalls momentan auf anderen Bereichen: Im April soll die lange angekündigte Apple Watch nun tatsächlich starten. Und mit dem Bezahldienst Apple Pay und den Bemühungen im Enterprise-Bereich Fuss zu fassen, liegen große Eisen im Feuer, die 2015 zum Jahr von Apple werden lassen könnten. Gerne verweisen wir zur Apple Watch auch auf unseren Artikel zur Frage, was Wearables und ähnliche Geräte an Konsequenzen für Content-Anbieter implizieren.

Der US-Buchmarkt

Auf der Digital Book World in New York wurde Ende letzten Jahres unter anderem die aktuelle Marktstudie von Nielsen Bookscan vorgestellt, mit interessanten Einblicken in den Buchmarkt der USA. Spannend erschien uns vor allem, wie unterschiedlich sich hier verschiedene Produkttypen entwickeln. Auch zeigt der Report die bemerkenswerte Korrelation, dass Abonennten des eBook-Abos Kindle Unlimited mehr Geld für Print-Bücher ausgeben, als andere Kundengruppen – mit allen dazugehörigen Interpretationsfragen. Und dass solche Marktzahlen immer noch einmal anders aussehen, wenn man sie aus Autorenperspektive betrachtet, zeigt der aktuelle „Author Earnings“-Report aus den USA. Insbesondere wird hier deutlich, wie groß der Markt der Selfpublishing-Titel ohne ISBN mittlerweile ist, der in den offiziellen Branchenzahlen gar nicht mehr abgedeckt wird.

Gescheiterte Modelle

Während in Deutschland das Modell der Tolino-Allianz floriert und gerade mit Draft2Digital ein erster Partner aus den USA an Bord gegangen ist, sieht es in anderen Bereichen deutlich finsterer aus. Nachdem letztes Jahr bereits Sony und Samsung ihr Geschäft mit eBook-Content aufgegeben haben, steigt nun auch Tesco aus dem Rennen aus und schließt seinen eBook-Marktplatz Blinkbox – und wie bei Sony übernimmt am Ende Kobo den Kundenstamm. Nicht zum Erfolg gereicht hat es auch bei txtr: Nach Versuchen mit diversen Hardware-Projekten und zuletzt mit dem Flatrate-Projekt Bloon, muss das Berliner Unternehmen Insolvenz anmelden. Eine gute Zusammenfassung dazu findet sich auch im Podcast „Die Buchbranche und ihre Startups“ bei Exciting Commerce.

Auch bei Weltbild nimmt die Krise kein Ende. Seit dem Einstieg der Droege-Gruppe als Investor vergeht kaum eine Woche ohne neue Hiobsbotschaften. Und selbst wenn sich das Gerücht bewahrheitet, dass der Thalia-Haupteigner Advent eventuell bei Weltbild einsteigen könnte – klar ist, dass vom einstigen Buchketten-Riesen nur noch Stückwerk übrig bleiben wird, mit allen Folgen für das Marktgefüge der Branche. Gut dazu passt wiederum ein Artikel des Nieman Lab, in dem die Frage diskutiert wird, wie groß das Loch in der Geschäftskalkulation der Zeitungsbranche momentan ist. (Spoiler: ziemlich groß…)

November 2014

Das eBook-Plateau

Aller Orten ist es momentan zu lesen – das Wachstum im eBook-Markt flacht ab, der Markt gerät in seine erste Plateau-Phase. Kein Wunder und ein gutes Zeichen für eine gesunde Marktentwicklung, denn ewig konnten die Zeiten des 3-stelligen Umsatzwachstums ja nicht weitergehen. Während eine aktuelle PwC-Studie dem englischsprachigen Markt noch mehr Entwicklungspotenzial bescheinigt, fragt sich manch anderer, ob das eBook Print jemals wirklich überholen wird. Klar ist: Publizieren wird unter diesen Bedingungen nicht einfacher, lesen.net spricht vom „Kater nach der Party“, während Mark Coker von Smashwords gute Tipps dazu gibt, wie ePublishing für Autoren und Verlage dennoch erfolgreich bleiben kann.

Amazon nach der Kontroverse

Amazon und Hachette haben im November nun endlich ihre Kontroverse um die Vertriebskonditionen beigelegt – und bescheren der Verlagswelt damit hoffentlich etwas Entspannung in der Diskussion, die im Laufe des Jahres zum Teil hysterische Züge angenommen hatte. Nach dem erfolgreichen Deal mit Simon & Schuster dürfte das Feld der Handelsbedingungen damit zumindest eine Zeit lang geklärt sein. Die Reaktionen der Verlagswelt sind natürlich zwiespältig – titelte Nate Hoffelder auf Digital Reader noch im Oktober, Amazons Monopol sei „unzweifelhaft, aber legal“, so bürstet Baldur Bjarnason die Diskussion in einem lesenswerten Kommentar wie immer brilliant gegen den Strich: „There will never be peace in the war between Amazon and traditional publishing because there is no war.“

Amazon dagegen rüstet munter weiter auf: Mit Echo kommt ein in Hardware gepackter, persönlicher Assistent a la Siri auf den Markt, natürlich mit jeder Menge Shopping-Hubs in die Amazon-Welt, und mit Privacy-Diskussions-Garantie (für alle, die Amazon gegenüber kritisch eingestellt sind, sei auch die Parodie auf Amazons YouTube-Video empfohlen). Geplant sind außerdem ein neuer Service für Hotelbuchungen sowie ein Service-Portal für Handwerker und ähnliche Dienstleistungen. Und auch das stetig ausgebaute Geschäft mit Cloud-Services und Anwendungs-Virtualisierung wird für die Zukunft noch einiges an disruptivem Potential bereithalten. Nicht mehr ganz neu, aber dennoch exzellent finden wir dazu auch insgesamt die Analyse des Think-Tank FaberNovel zu Strategie und Taktik von Amazon.

Google zerschlagen? Echt jetzt?

Bei manchen Newsmeldungen ist man sich ja nicht so sicher, ob man jetzt wirklich eine Zeitung vor sich hat, oder den Postillon. So auch beim EU-Plan, Google in einem Kartellverfahren zu zerschlagen. Was auch immer die Kommission hier geritten hat, auf absehbare Zeit wird dies ein reines Zeichen symbolischer Politik ohne jede juristische Wirkung bleiben. Lesenswert dazu sind immerhin die Kommentare von Nico Lumma sowie der ausführliche Essay von Jeff Jarvis in der ZEIT.

September 2014

Was macht der eBook-Markt?

In der öffentlichen Diskussion wird immer wieder eine Zahl kolportiert: die berühmten 4,9% eBook-Anteil am Gesamt-Umsatz im Publikumsmarkt, die aktuell aus den Studien von GfK und Börsenverein gemeldet wurden. Aus den USA dagegen meldet eine Nielsen-Studie einen eBook-Anteil von 23% an den Gesamtverkäufen. Unsere Meinung dazu: Solche über alle Bereich gemittelten Durchschnitts-Werte sind zwar relevant für die großen Marktbewegungen – für den einzelnen Verlag aber ist es viel relevanter, die konkrete Situation in seinem Marktsegment und seinen Zielgruppen zu kennen. Dazu hilfreich können unter anderem einige andere Studien sein:

Die BITKOM-Studie zur Nutzung von eBooks in Deutschland, die bereits letztes Jahr für Furore gesorgt hat, wurde dieses Jahr aktualisiert, diesmal mit noch differenzierten Fragestellungen. Die Ergebnisse der Studie finden sich auf dem BITKOM-Portal zum Download. Wer die BITKOM-Zahlen und die GfK-Zahlen widersprüchlich findet: das ist so. Schließlich zählt jeder so ein bißchen anders, und natürlich hat auch jede Fragestellung ihre einen Interessenlagen, die durch Studien belegt werden sollen. Insofern ist es umso besser, je mehr Zahlen im Vergleich zur Verfügung stehen, um die Tendenzen zu erkennen.

Daneben verweisen wir auch gerne auf unsere eigene Zusammenfassung zur „Mobile Facts“-Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung zu den Nutzergewohnheiten für Mobilgeräte und Mobiles Internet, passend dazu ist auch die Studie zur Smartphone-Nutzung der britischen Marketing-Agentur Tecmark. Ebenfalls für sehr spannend halten wir die Studie zu den Einkaufspräferenzen im Online- und Versandhandel des Verbands der E-Commerce- und Versandhandelsunternehmen – erstmals abgefragt, belegt das Buch hier einen der obersten Ränge beim Online-Einkauf in Deutschland. Eine Allensbach-Studie zum eCommerce in Deutschland belegt dazu, wie sehr die Vielkäufer und Power-Shopper zum Wachstums-Treiber der Online-Wirtschaft geworden sind.

Flatrates und Abomodelle

Mit dem Start von Kindle Unlimited in Deutschland tritt der Marktkampf um die Abomodelle auch hierzulande in eine neue Phase. Amazon hat dazu neben seinem eigenen Titel-Portfolio doch einige nahmhafte Verlage gewinnen können – sicherlich ein Coup, aber ob dies ausreichen wird, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen?

Skoobe und readfy als deutsche Anbieter jedenfalls sehen sich mit ihren recht verschiedenen Ansätzen für die Auseinandersetzung gut gerüstet. Und bedenkt man deren jeweiliges Potenzial, ist hier alles andere als ein Monopol zu erwarten. Einen Überblick über den Markt der Abomodelle neben den großen Namen gibt unser Artikel zum Thema – und ganz aktuell analysiert Ralf Biesemeier von Readbox, wie Verlage von diesen Modell profitieren können.

August 2014

Amazon und kein Ende in Sicht

Der Spiegel-Artikel über „Amazon im Buchkrieg“ erscheint uns leider recht typisch für die momentan geführte Diskussion: schablonenhafte Argumente, wenig neue Erkenntnisse. Die Gegenposition eines Autors auf sueddeutsche.de ist zwar etwas differenzierter, aber zeigt ebenfalls das Grundproblem der Debatte – den Mangel an operationalisierbaren Optionen. Lesenswert erscheint uns dagegen Zoe Beck im Culturmag, die die Diskussion ein wenig gegen den Strich bürstet.

Dabei wären die Angriffsflächen durchaus vorhanden: Neunetz berichtet über die ersten Verkaufszahlen des Fire Phone und zeigt, dass der Konzern bei weitem nicht unangreifbar ist. Und auch die geplante, eigene Werbeplattform als Konkurrenz zu Google Adwords dürfte noch das eine oder andere Problem bekommen. International kommentiert Benedict Evans lehrreich zum Geschäftsmodell von Amazon und zeigt dabei durchaus Schwachstellen, während Chris McCrudden auf Medium aufzeigt, warum es eine schlechte Idee für die Verlage wäre, auf die Preis- und Wachstums-Strategie von Amazon einzugehen.

Tablets, Smartphones, Apps – und womit Geld verdienen?

Die BITKOM hat in einer aktuellen Studie einen positiven Trend zu berichten: In der deutschen Bevölkerung hat die Tablet-Nutzung deutlich zugenommen. Leider korrespondiert dieses Nutzungsverhalten nicht ganz mit den lange Zeit angenommenen Steigerungen der Verkaufszahlen, ganz im Gegenteil, die Adaptionskurve flacht zur Zeit deutlich ab. Dass die Verkaufszahlen für Tablets aber nur die eine Seite der Medaille sind, zeigt ein Artikel bei recode.net.

Beunruhigender dagegen sind die aktuellen Zahlen aus dem US-App-Markt: Je mehr Nutzer Smartphones besitzen, desto weniger davon laden sich überhaupt Apps auf ihr Gerät – unabhängig vom Preis. Und die Zahlen aus Deutschland dazu sehen ähnlich aus. Für die Schlussfolgerungen dazu empfehlen wir neben unserem eigenen Beitrag zum Thema auch John McDermott auf Digiday, der Verlagen rät, wieder stärker auf das mobile Web zu setzen, als auf eigenen Apps.

Juli 2014

RIP, Sony Reader

Nachdem Sony sich Anfang diesen Jahres bereits aus dem Content-Geschäft zurückgezogen hat, folgt nun der Ausstieg aus der Produktion von eInk-Readern: Der Sony PRS-T3 wird kein Nachfolgemodell erhalten, der japanische Konzern verabschiedet sich damit faktisch komplett aus dem Endkunden-Geschäft. Ein Ära geht damit zu Ende – ob es die verbleibenden Konkurrenten damit einfacher oder schwerer haben werden? Wir sind gespannt.

Selfpublishing im Aufwind

Überrascht hat uns auch eine Analyse von Matthias Matting auf selfpublisherbibel.de: Wer bisher noch Zweifel daran hatte, welche Bedeutung Selfpublishing für den eBook-Markt hat, sollte sich unbedingt diese Auswertung der Amazon-Charts ansehen.

Juni 2014

Der eBook-Markt

Ist Deutschland inzwischen „in Digitalien angekommen“? Oder muss man von zaghafter Marktentwicklung oder gar „Trendwende“ sprechen, wie der Börsenverein seine jüngste eBook-Studie kommentiert? Wir glauben: Der Trend zum eBook ist klar erkennbar. Und er wird auch nicht wieder weggehen. Wie sich die Zahlen aber in den einzelnen Segmenten genau entwickeln, kann nur ein differenzierter Überblick über die verschiedensten Studien zeigen. Und je mehr Quellen man dazu zur Verfügung hat, umso besser – auch und gerade aus neuen Marktbereichen, wie z.B. die höchst interessante Selfpublishing-Studie von Matthias Matting.

Der App-Markt

Im Bereich Mobile Apps setzen sich die Oligopol-Trends weiter fort – neben iOS und Android als den Giganten im Markt haben andere Player kaum eine Chance. Nach wie vor verteilen sich die Möglichkeiten für Content- und App-Anbieter in den großen Ökosystemen dabei höchst unterschiedlich: Obwohl Google mit Android als Mobilbetriebssystem in Deutschland mittlerweile bei 80% Marktanteil angekommen ist, machen iOS-Apps doch deutlich mehr Umsatz. Auch wenn der Android-Anteil etwas zugenommen hat, bleibt iOS die dominante Umsatzquelle. Dazu kommt, dass in beiden Ökosystemen der wesentliche Teil der Umsätze mit In-App-Käufen in Freemium-Apps gemacht wird – ein Grund mehr für Content-Anbieter, sich dieses Modell genau anzusehen. Nach 6 Jahren Existenz bekommt der iOS-App-Store also erheblichen Gegenwind – auch und vor allem in Märkten außerhalb der USA und Europas. Bei netzwertig.com findet sich dazu eine interessante Analyse, wie Apple mit iOS 8 eben nicht nur versucht, neue Funktionen zu integrieren, sondern im Hintergrund auch die Erschließung neuer Märkte und Zielgruppen vorzubereiten.

Eine zentrale Rolle dabei werden die Technologien rund um das Smart Home spielen, die wir auch bei unserer Analyse der wearables und embeddables beschrieben haben. Ebenfalls bei netzwertig.com wird eine spannende Studie von Nielsen kommentiert, die das Aufmerksamkeitsproblem in der Mobilwelt adressiert: Tendenziell verbringen Nutzer zwar mehr Zeit mit Apps, aber die verwendeten Apps werden dabei eher weniger. Fokussierung auf den Kundennutzen und die Aggregierung der eigenen Inhalte in Fremdanwendungen können dazu Antworten sein, mit denen sich Content-Anbieter immer mehr beschäftigen müssen, um in Zukunft noch Sichtbarkeit zu erreichen. Wer daneben noch einen Blick auf Langfrist-Trends und die weltweite Entwicklung im Mobil-Bereich werfen will, dem empfehlen wir die Studie „Mobile Megatrends 2014“.

eReader vs. Tablets/Smartphones

Sind eReader ein nachhaltiges Produktmodell? Oder doch nur eine Brückentechnologie? Zwischen dieses Polen bewegt sich die Diskussion um die dedizierten eBook-Geräte schon seit längerer Zeit. Erneut angefacht wurde die Debatte jüngst durch den Artikel „Why E-Readers Are the Next iPods“ bei Mashable. Obwohl die hier zitierten Marktzahlen nicht von der Hand zu weisen sind, weist Nate Hoffelder auf The Digital Reader zu Recht darauf hin, dass es in diesem Bereich noch zu früh für Grabgesänge ist. Auch Johannes Haupt auf lesen.net können wir nur zustimmen: eReader als Geschäftsmodell jetzt schon zu beerdigen, wäre fatal und würde eine Umsatzquelle schließen, die Verlage und Content-Anbieter gerade jetzt dringend brauchen können. Wir meinen: bei der Frage eReader oder Tablet/Smartphone kann es für eBook-Anbieter momentan nur ein klares „sowohl als auch“ als Antwort geben.

Mai 2015

Zahlen, Zahlen, Zahlen: aktuelle Marktstudien

Im englischsprachigen Bereich wird momentan stark diskutiert, ob der eBook-Markt gerade in seine erste, längere Plateau-Phase eintritt – kein Wunder, nach Jahren mehrstelliger Zuwachsraten.  Für Deutschland und Europa hat das eBook seinen großen Durchbruch sicherlich noch vor sich, auch wenn das Börsenblatt wieder von einer Trendwende zum Papier spricht und die Kommentare die bekannten Diskussionen der letzten Zeit wiedergeben. Eine Studie von PricewaterhouseCooper jedenfalls sagt diesem Markt eine goldene Zukunft voraus – und obwohl die Studie von Fachleuten auch aus guten Gründe kritisiert worden ist und sicher nicht als einzige Quelle für Business-Pläne verwendet werden sollte, finden wir sie dennoch lesenswert um das Bild der Prognosen zu komplettieren.

Mary Meeker, Analystin bei Kleiner Perkins, ist als stets konzise Beobachterin von Online-Geschäftsmodellen und Netzentwicklung bekannt. Aktuell hat sie eine sehr detailreiche Studie zu den Internet Trends 2014 vorgestellt, die wir wärmstens zur Lektüre empfehlen: bei netzoekonom.de gibt es eine deutsche Zusammenfassung, bei Slideshare die komplette Präsentation. Vom Pew Research Center kommen regelmäßig spannende Studien zur Nutzung von Digitalmedien, eBooks und Online-Mediennutzung. Im Mai wurde hier eine Studie zum „Internet of things“ veröffentlich – mit spannenden Prognosen zu den Implikationen von wearable technologies, embedded computing und der Verknüpfung mit Cloud-Infrastrukturen. Von der Deutschen Post/DHL dagegen kommt eine aktuelle Studie zu den Perspektiven in Handel und eCommerce: „Global E-Tailing 2015″ zeigt 4 Szenarien mit den zentralen Trends, die den Online-Vertrieb in Zukunft beeinflussen.

April 2014

Amazon und kein Ende

So langsam ist man es als Kommentator des mobilen Marktes fast schon leid, andauernd Amazon-News zu strapazieren – aber manchmal hat es den Eindruck, je mehr Bashing der Konzern kassiert, umso mehr nimmt sein Innovationstempo zu. Anfang des Monats stellte Amazon mit Fire TV sein Set-Top-Box-Modell für digitales Fernsehen vor, Gaming-Modell inklusive. Wo Apple mit Apple TV schon länger präsent ist und Google mit Android TV ebenfalls seine Eisen im Feuer hat, darf das große A natürlich nicht fehlen. Passend zur Verkündung der Quartalszahlen wurde gleich entsprechend nachgelegt: Mit Amazon Dash kommt dieser Tage eine neue Hardware auf den US-Markt, mit der Kunden des Lebensmittel-Dienstes Amazon Fresh ihre Einkäufe gleich direkt per Barcode scannen oder per Sprachkommando bestellen können. Auf der Einkaufsliste des Konzerns stand diesen Monat Comixology: Der US-Marktführer für digitale Comics wurde direkt ins Portfolio integriert und sichert Amazon so einen weiten Vorsprung in diesem Segment. Die Aktivitäten im deutschen Verlagsmarkt können dagegen wahrscheinlich nur als Peanuts bezeichnet werden – wenn auch nicht ohne Stresspotenzial für die hiesigen Verleger.

Auch reissen seit nun über einem Jahr die Gerüchte nicht ab, dass Amazon mit einem eigenen Smartphone auf den Markt kommen will. Inzwischen wurden so viele vermutlich sorgfältig geleakte Fotos publik, dass es wahrscheinlich nur eine Frage des genauen Datums ist, wann das „FirePhone“ am Ende das Licht der Welt erblickt – die Hardware-Spezifikationen jedenfalls lassen einige interessante Innovationen erahnen. Jedoch beim Blick über das ganze Amazon-Portfolio müssen wir neunetz.com recht geben: In Europa weitgehend unbemerkt, rüstet der Konzern mit seinen Amazon Web Services eine potente Backend-Infrastruktur für Apps und Mehrwertdienste hoch, die mit Sicherheit noch einiges an disruptivem Potenzial zu bieten hat.

Der eBook-Markt – hier und anderswo

Der Buchketten-Gründer Tim Waterstone erklärte im März die „eBook revolution“ kurzerhand für beendet – „nichts als Strohfeuer, geht vorbei“. Da sind wir mit unserem Urteil etwas vorsichtiger, denn auch wenn der internationale eBook-Markt in 2013 nicht die explosiven Steigerungsraten gezeigt hat wie in den Jahren davor, gibt es doch deutliche Gewinner. Und bei einem so jungen Markt wie den eBooks ist für die Zukunft noch vieles drin. Wir glauben wie der Telegraph: „The ebook revolution hasn’t even begun“. Im Guardian beispielsweise war exemplarisch zu lesen, welche Dynamik digitales Lesen in Afrika oder in Indien zur Zeit bekommt, und auch Rüdiger Wischenbart jüngst aktualisierte Studie zum internationalen eBook-Markt zeichnet regelmäßig ein sehr differenziertes Bild der weltweiten Entwicklung.

Für Deutschland gibt es daneben zwei interessante Neuigkeiten zu den Rahmenbedingungen des Marktes: Ab Juni soll ein gesetzliches Widerrufsrecht für eBooks gelten – von Verbraucherschützern und Nutzern lange gefordert, von Händler schon jetzt verflucht. Dazu macht sich die Bundesregierung zur Zeit für eine Senkung des Mehrwertsteuer-Satzes für eBooks stark. Ob dies wirklich so schnell und einfach gehen wird wie bei Hörbüchern, ist nach den jüngsten Berichten zwar bereits wieder fraglich – wünschenswert wäre es für weitere Bewegung im Markt jedoch allemal.

März 2014

Mobile Endgeräte und Content-Nutzung

Nach den jüngsten Marktstudien von Gartner wird sich der Trend zu Mobilgeräten wie Smartphones und Tabelts weiter fortsetzen, wenn auch der rapide Boom der Tablets etwas abflacht. Bei The Next Web erschien jüngst eine Statistik mit einem Blick auf die weltweite Verteilung der mobilen Ökosysteme – danach dominiert Google mit Android zwar nach Zahlen und in den Schwellenländern, aber die Märkte in den zentralen westlichen Industrienationen sind nach wie vor fest in der Hand von Apple. Jane Friedman versammelt auf ihrem Blog fünf ganz unterschiedliche Perspektiven auf Teile der US-Verlagsbranche, die zusammen zeigen wie sehr sich der Markt dort verändert. Für Deutschland hat die BITKOM anläßlich der Cebit eine Studie veröffentlicht, die klar den Trend zum Smartphone als Lesegerät für eBooks zeigt. Dagegen weisen die jüngsten GfK-Zahlen schwer erklärbare Phänomene beim Verhältnis von eReader-Zahlen und eBook-Kaufverhalten auf – aus unserer Sicht ein Zeichen dafür, dass reine Zahlenspiele solange akademisch und vielfältig interpretierbar bleiben, bis man sie auch mit tiefen Wissen über das Nutzungverhalten der Kunden kombinieren kann.

Aufstieg und Niedergang

Gelegentlich kommen Branchennachrichten ja auf skurile Weise parallel, obwohl sie inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. In diesem Monat ging als eine der spektakulärsten Firmenkäufe der Einstieg von Facebook bei Oculus durch die Medien. Obwohl sich das mit sensationellem Erfolg beim Produkt-Crowdfunding gesegnete Startup aus den USA damit bei weitem nicht nur Freunde gemacht hat, wirkt es doch unfreiwillig komisch, dass am selben Tag die Schließung der Hauptfiliale von Hugendubel am Münchener Marienplatz gemeldet wird. Sign o‘ the times? Wenn ein deutsches Startup gekauft wird, ist das oft ein Grund zur Freude – nicht so jedoch bei Readmill, deren Akquisition durch Dropbox gleichzeitig auch das rapide Ende einer sehr interessanten eReading-App bedeutet. Schade, diesem Ansatz hätten wir mehr Zukunft gewünscht. Aus den USA kommt dagegen die Nachricht, dass die jüngst von Jeff Bezos erworbene Washington Post bereits mit ersten Innovationen in den Markt geht: Mit einem Partner-Programm für Zweitverwertung von digitalem Content will man hier mehr Reichweite schaffen und Mehrwerte für Kunden anderer Firmen zum gemeinsamen Nutzen für die Partner anbieten.

Neuen Content braucht das Land

Der deutsche Markt für Digitalmedien zeigt aber auch an vielen Stellen eine Dynamik, die man ihm nach diesen Nachrichten kaum zugetraut hätte: Die zahlreichen neuen Verlagsplattformen für Produktion und Vertrieb von eBooks, die in Leipzig auf der Buchmesse vorgestellt wurden, zeigt Charlotte Reimann im Überlick. Neben den hier erwähnten Verlags-Initativen erschienen uns bemerkswert: Scook, die neue Schulbuch-Plattform des Cornelsen Verlag, die mit sensationellem Erfolg beendete Crowdinvesting-Finanzierungsrunde des eBook-Flatrate-Anbieters readfy, sowie der Crowdfunding-Erfolg von Substanz, einem neu gegründeten digitalen Wissenschaftsmagazin.

Februar 2014

Aktuelle Zahlen aus dem Tablet-Markt

Während die eReader-Verkäufe in den USA und anderen Märkten stagnieren, ist das Tablet weltweit auf dem Vormarsch: Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass bereits jeder vierte Deutsche ein Tablet benutzt. Nach einer Studie von Gartner hat dabei Android mittlerweile iOS klar überholt, was die weltweiten Gesamtverkäufe angeht. Wir sind gespannt, wann diese Dominanz von Google im Hardware-Bereich auch dazu führen wird, dass die App- und Content-Plattformen für Android relevanter für Anbieter von Inhalten werden. Denn nicht nur für den Privatkunden, auch und vor allem im Business-Bereich dominiert das iPad immer noch bei der Nutzung hochwertiger Inhalte. Johannes Haupt analysiert daneben richtig die Entwicklung des Hardware-Marktes fürs digitale Lesen und stellt fest, dass Verlage und andere Content-Anbieter einen strategischen Fehler begehen, wenn sie ausschließlich Richtung Tablets entwickeln. Bei der Frage „Tablet oder eReader“ sollte die Antwort für Verlage immer ein klares „sowohl als auch“ sein – natürlich mit mediengerecht aufbereitetem Content.

Januar 2014

Weltbild und kein Ende

Die Insolvenz des Buchketten-Riesen Weltbild treibt momentan Schockwellen durch die detusche Buchbranche. Über die News des Tages hinaus erscheinen uns auch weiterhin lesenwert die Hintergrund-Berichte über die Entwicklung der Insolvenz von Wolfgang Stock und sowie vom Wirtschafts-Sachverständigen Klaus Warbruck. Rüdiger Wischenbart analysiert mögliche Folgen für Branche und andere Unternehmen, während lesen.net die Konsequenzen für die bestehenden eBook-Kunden und das Tolino-Ökosystem skizziert. Für die digitale Entwicklung kann in Zukunft bedeutsam sein, dass Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nun ausgerechnet im Tolino einen zentralen Eckpfeiler für eine mögliche Weltbild-Rettung sieht.

App-Marktplätze in 2014

Im Bereich der Marktplätze für mobile Applikationen wird mit den aktuellen Trends deutlich, dass an immer mehr Stellen auch die Grenzen des Modells „Native App Store“ erreicht werden – zumal die Monetarisierung für App-Entwickler nicht einfacher wird. Amazon beispielsweise reagiert direkt in seiner Shop-Umgebung: Neben seinen bereits realisierten innovativen Ansätzen zur Monetarisierung geht nun auch das Modell live, mit dem Entwickler HTML5-basierte Web-Apps direkt über den Kindle App-Store verkaufen können.

November 2013

Marktstudien

Die Buchmesse-Zeit ist auch immer die Zeit der aktuellen Marktzahlen: Vom Branchenverband Bitkom kamen in den letzten Monaten Studien zur Entwicklung des eBook-Marktes und Zahlen zum Smartphone-Markt. Eine weitere Studie des eCommerce-Anbieters Deals.com zeigt einen ählichen Trend beim eBook-Konsum. Die eBook-Verkaufszahlen aus den USA deuten dagegen momentan eher auf Stagnation hin. Und pünktlich zur Buchmesse wurde auch wieder die Marktstudie zum globalen eBook-Markt von Rüdiger Wischenbart aktualisiert.

Im Bereich Tablets und Smartphones gibt es ebenfalls neue Zahlen vom Pew Research Center. Zusammengefasst und kommentiert sind die aktuellen Zahlen in unseren Artikeln zum Nutzerverhalten von eReadern und Smartphones, im Marktüberblick bei digital publishing competence sowie in unserem Beitrag zu den App-Store-Trends des Jahres.

Tolino: jetzt auch mit Tablet

Eine der interessantesten Neuigkeiten der Buchmesse war wohl die Ankündigung der Tolino-Allianz, zum Weihnachtsgeschäft zusätzlich zu einer zweiten eReader-Generation noch mit zwei Android-Tablets auf den deutschen Markt zu kommen. Bereits beim Tolino-Launch im Frühjahr 2013 war klar, dass dies ein logischer Schritt wäre. Betrachtet man die Marktzahlen von eReadern und Tablets in Deutschland im Vergleich und bedenkt die Dominanz von Android in diesem Bereich, so dürfte sich der bestehende Trend durch die Tolino-Tablets noch verstärken.